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„Familien können Heilung möglich machen.“

Mit der ambulanten Familienhilfe setzt das Team von Claudia Klein und Kendra Wächter auf Nähe, Einbindung und die Stärkung der Eltern als wichtigste Ressource. In unserem Interview erzählen die beiden Expertinnen, wie frühe Unterstützung und gemeinsames Handeln Familien stärken, Mythen rund um Schuld und Kontrolle auflösen und echte Veränderung im Alltag möglich machen.

Frau Klein, Frau Wächter, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Wie lange gibt es Blickwechsel schon, wie haben Sie zueinander gefunden, was waren Ihre Beweggründe und wie kam es zum Namen „Blickwechsel“? 

Blickwechsel gibt es jetzt schon seit fast fünf Jahren. Wir haben beide viele Jahre gemeinsam in einer Wohngruppe für Menschen mit Essstörungen gearbeitet und in dieser Zeit beobachtet, dass die Betroffenen immer jünger werden. Und genau hier möchten wir ansetzen: Die Betroffenen und Angehörige in ihrem familiären Umfeld unterstützen und begleiten. Der Name „Blickwechsel“ ist entstanden, da es uns auch unserer systemischen Sicht wichtig ist, die Perspektiven aller Beteiligter einzubeziehen und durch den „Blickwechsel“ gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Außerdem enthält der Name unsere Initialen „BliCKWechsel“.😊 

Was hat Sie persönlich dazu bewegt, den Schwerpunkt auf ambulante Familienhilfe bei Essstörungen zu legen? 

Unsere langjährige Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist so früh wie möglich anzusetzen und auch das wir selbst Mutter sind und die Eltern Perspektive sehr gut nachvollziehen können. 

Wenn Eltern zum ersten Mal mit einer Essstörung konfrontiert werden, fühlen sie oft Schock, Angst und Hilflosigkeit. Was beobachten Sie in diesen ersten Gesprächen am häufigsten? 

Oft ein Gefühl von Ohnmacht und Schuld. Was haben wir als Eltern falsch gemacht. Die Eltern haben oft schon einen langen Weg mit dem erkrankten Kind hinter sich und sind dankbar für die Unterstützung im Alltag. 

Sie arbeiten täglich mit Familien. Was geht Ihnen persönlich nahe, wenn Sie an Ihre Arbeit denken? 

Dass die Betroffenen immer jünger werden und auch in jungen Jahren wirklich schon stark erkrankt sind. Zudem gibt es auch vereinzelt Fälle, wo es wenig Hoffnung auf Heilung gibt. Das sind dann schon Situationen, die uns nahe gehen.

Warum ist es aus Ihrer Sicht so wichtig, Eltern früh zu informieren und zu begleiten? 

Aus unserer Sicht ist es wichtig, so früh wie möglich über das Thema Essstörung aufzuklären und zu sensibilisieren. Denn je eher den Betroffenen und den Familien geholfen wird, desto größer sind die Heilungschancen und einer Chronifizierung kann vorgebeugt werden. 

Viele Eltern merken: „Irgendetwas stimmt nicht“, können es aber nicht einordnen. Welche frühen Signale begegnen Ihnen besonders häufig? 

Sozialer Rückzug, Perfektionismus, eigenes Körperbild vergleichen und hinterfragen, extrem gesunde Ernährung, übermäßiger Sport, in sich gekehrt sein, keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr. Für Eltern ist es oft schwierig zwischen Pubertät und einer Essstörung zu unterscheiden. Die genannten Punkte können deshalb Anhaltspunkte sein.   

Betroffene werden immer jünger. Was bedeutet das für Familien – emotional, organisatorisch, im Alltag? 

Für Eltern kann es oft schwer sein, besonders wenn das Kind noch sehr jung ist, wenn es in eine Klinik oder Wohngruppe muss. Die räumliche Trennung, sowie die Verantwortung abzugeben, ist extrem schwer. Zudem ist es im Alltag viel Organisation (Arzttermine, Therapien, Wiegetermine) für die Eltern.

 Claudia Klein ist staatlich anerkannte Erzieherin und absolvierte ihre Ausbildung am Berufskolleg Bielefeld Bethel. Ihre Schwerpunkte liegen auf psychischen Störungen im Jugendalter und dem Hilfeplanverfahren. Claudia Klein ist staatlich anerkannte Erzieherin und absolvierte ihre Ausbildung am Berufskolleg Bielefeld Bethel. Ihre Schwerpunkte liegen auf psychischen Störungen im Jugendalter und dem Hilfeplanverfahren.


Warum ist es entscheidend, Essstörungen nicht nur als Problem des Kindes, sondern als Familienthema zu sehen? 

Essstörungen betreffen immer die ganze Familie, weil sie häufig in dem sozialen und emotionalen Kontext aufrechterhalten werden können. Familiäre Dynamiken beeinflussen das Essverhalten, familiäre Spannungen oder ungelöste Konflikte können eine Rolle spielen. Da setzen wir systemisch an. Wenn die Familie als Ganzes versteht und einbezogen wird, kann Veränderung/Heilung langfristig gelingen.

Kendra Wächter ist staatlich anerkannte Erzieherin und absolvierte ihre Ausbildung am Maria Stemme Berufskolleg Bielefeld. Sie studierte Pädagogik an der Universität Bielefeld und ist zudem ausgebildete systemische Familienberaterin Kendra Wächter ist staatlich anerkannte Erzieherin und absolvierte ihre Ausbildung am Maria Stemme Berufskolleg Bielefeld. Sie studierte Pädagogik an der Universität Bielefeld und ist zudem ausgebildete systemische Familienberaterin


Viele Eltern haben Angst, etwas falsch zu machen. Können Sie einen generellen Rat geben, wie Eltern mit ihren Ängsten umgehen sollten?

Wichtig ist, dass sich Eltern nicht scheuen sollten, Hilfe anzunehmen. Es geht nicht um falsch oder richtig, sondern darum, dass man bereit ist etwas zu verändern. Das Signal, dem Kind gegenüber, wir sind auch im Prozess und gemeinsam gehen wir den Weg, ist genauso wichtig wie die eigenen Gefühle zu benennen und zu sagen, auch wir machen Fehler.

Warum ist es so zentral für den Heilungsprozess, Eltern nicht zu beschuldigen, sondern zu stärken? Was hilft Eltern konkret im Alltag, wenn Essen, Gewicht und Kontrolle ständig präsent sind?

Wenn Eltern sich schuldig fühlen, reagieren sie häufig mit Überkontrolle oder Rechtfertigung. Wir sehen die Eltern als Teil der Lösung, sie sind wichtige Bindungspersonen. Ressourcen zu stärken und zu schauen was schon gut läuft und somit Verständnis zu schaffen, ist das Ziel. Im Alltag ist es wichtig Ruhe zu bewahren, nicht auf jedes Verhalten zu reagieren. Strukturen zu schaffen hilft, um dem Kind Orientierung zu bieten (z.B. feste Essenszeiten). Eltern dürfen eigene Grenzen setzen, sie benennen und sich Unterstützung suchen. Nur wer gut für sich selbst sorgt, kann auch gut für andere sorgen. Den Fokus vom Essen, Portionen, Kalorien wegzulenken und auf gemeinsame Erlebnisse zu richten, ist unheimlich wichtig. Dadurch gibt man dem Kind das Gefühl mehr als die Krankheit zu sein.

Ein hartnäckiger Mythos im deutschen Gesundheitswesen lautet: „Eltern sind schuld – also müssen die Kinder von den Eltern getrennt werden“. Die Erfahrung machen wir immer wieder in Gesprächen mit Betroffenen und Angehörigen. Wie sehen Sie das?

Wir sehen die Eltern als Teil der Lösung und als wichtige Ressource für das Kind. Eine Essstörung ist immer multifaktoriell bedingt. Eine Trennung kann das Kind in schwerwiegende Loyalitätskonflikte bringen und die Essstörung verstärken. Nichtsdestotrotz gibt es Situationen, in denen eine räumliche Trennung für eine gewisse Zeit gut ist und den Heilungsprozess voranbringt.

Sind Sie auch mit Mythen konfrontiert und wenn ja, mit welchen?

Wir hören oft, dass eine Essstörung nur besteht, wenn jemand im Untergewicht ist. Das Gewicht oder die Körperform sind aber nicht entscheidend dafür. Diese falsche Ansicht macht es vielen Betroffenen leider sehr schwer sich zu öffnen und Hilfe anzunehmen.

Was verändert sich, wenn Eltern verstehen: „Ich bin nicht schuld – aber ich bin wichtig“?

Erstmal macht sich Erleichterung breit und es entsteht Offenheit für Veränderung. Selbstwirksamkeit weicht der Ohnmacht. Die Eltern merken „ich bin wichtig und kann helfen.“ Wenn Eltern aus der Verteidigungshaltung herauskommen, können sie sich emotional ihrem Kind mehr widmen und es entsteht wieder Nähe. Beziehung ist möglich. Außerdem spürt das Kind „meine Eltern glauben an mich“ – das bringt auf allen Seiten Motivation für den weiteren Genesungsweg.

Was erleben Sie, wenn Eltern spüren: „Wir werden nicht beschuldigt, sondern befähigt“?

Wir erleben dann offenere Gespräche, Eltern, die kooperieren, eine angenehme wertschätzende Atmosphäre und die Umsetzung von Handlungsalternativen, die das gesamte Familiensystem nachhaltig stärken.

Das Blickwechsel-Team: Claudia Klein, Kendra Wächter, Denise Robertson, Ina Görzen (v.l.). Das Blickwechsel-Team: Claudia Klein, Kendra Wächter, Denise Robertson, Ina Görzen (v.l.).


Was unterscheidet die ambulante Familienhilfe und systemische Beratung von zum Beispiel stationären Unterstützungsangeboten?

Ganz klar die Trennung von Kind und Eltern. Diese ist wie ein „Pause Knopf“ der gedrückt wird. Aber, wie schon gesagt, kann es eine Zeitlang sinnvoll sein, dass das Kind stationär untergebracht wird. Das hängt vom medizinischen Zustand und den familiären Gegebenheiten ab.

Welche Chancen bietet die Begleitung zu Hause im Vergleich zu rein stationären oder Einzeltherapie-Settings?

Wir können direkt im Alltag ansetzen, konkrete Situationen reflektieren, alle Familienmitglieder einbeziehen und unmittelbar Veränderung anregen. Die Dynamik unter den Familienmitgliedern ist ganz konkret spürbar und echt. In stationären oder Einzeltherapie-Settings vergeht häufig Zeit, bis alle Beteiligten gemeinsam reflektieren können. Auch soziale Komponenten wie Schule, Freundschaften, Hobbys können im häuslichen Umfeld anders bearbeitet werden.

Welche Annahmen über Eltern und Familien stehen dem ambulanten Arbeiten häufig im Weg?

Eine häufige Annahme ist, dass Eltern primär Verursacher der Essstörung sind. Für die ambulante Hilfe ist es jedoch wichtig, Eltern als Ressourcen in der Genesung zu sehen und sie in ihrer Handlungskompetenz zu stärken. Eine weitere Annahme kann manchmal sein, dass ambulante Hilfe bei einer Essstörung weniger wirksam als stationäre Behandlungen ist. Dabei kann gerade die Arbeit im Lebensumfeld nachhaltige Veränderung bringen, weil die Alltagsrealität, die familiären Interaktionen und Ressourcen direkt miteinbezogen werden.

Was geht verloren, wenn Familien aus dem Behandlungsprozess herausgedrängt werden, statt sie aktiv einzubeziehen?

Essstörungen beeinflussen die familiären Interaktionen z.B. durch Konflikte ums Essen, Rückzug, Kontrollkämpfe. Wenn Familien nicht beteiligt werden, bleiben diese Dynamiken unverändert bestehen. Betroffene müssen dann die Veränderungen alleine tragen ohne dass sich das Umfeld mitentwickelt.

Was kann ambulante Hilfe leisten, was in anderen Versorgungssettings oft zu kurz kommt?

Nachhaltige Veränderung im realen Lebensumfeld der Betroffenen, sowie die Einbeziehung der Familie als System. Ambulante Hilfe bietet auch Kontinuität über Behandlungsphasen hinweg z.B. vor, während oder nach einem Klinikaufenthalt. Es kann Übergänge stabilisieren, Rückfälle früh erkennen und Fortschritte im Alltag sichern.

Wie gelingt es Ihnen, Eltern zu stärken, ohne sie zu überfordern oder in eine „Schuldrolle“ zu bringen?

Wichtig ist hier, eine klare Haltung gegenüber den Eltern zu haben: Eltern sind nicht die Ursache der Erkrankung. Man sollte Ihnen Sicherheit, Orientierung und realistische Handlungsspielräume im Alltag aufzeigen und ermöglichen.



Unsere Arbeit unterstützen

Oft heißt es, Distanz sei nötig, um Veränderung zu ermöglichen. Sie erleben das Gegenteil. Warum ist Nähe – richtig begleitet – so wichtig?

Wir erleben, dass nicht die Distanz wirksam ist, sondern die Qualität von Beziehung und Unterstützung. Eltern sind und bleiben wichtige Bezugspersonen der Kinder, auch in schwierigen Phasen.

Wie wichtig ist es, dass Veränderung im Alltag geschieht – beim Essen zu Hause, in Beziehungen, im echten Leben?

Für die betroffenen Kinder ist es wichtig zu sehen, dass auch die Eltern bereit sind, etwas zu verändern und an sich zu arbeiten, um den gemeinsamen Alltag trotz der Erkrankung meistern zu können.

Prävention in Schulen und Kitas ist Ihnen ein großes Anliegen. Warum sollte hier früher angesetzt werden?

Dies ist besonders wichtig, da zentrale Einflussfaktoren bereits lange vor der manifesten Erkrankung entstehen. Je früher Kinder erleben, dass Körper vielfältig, Essen normal und Selbstwert nicht vom Aussehen oder Leistung abhängen, desto geringer ist das Risiko, das Esstörungen später funktional werden. Wichtig ist, eine gesunde Entwicklung zu stärken. Deshalb ist Prävention kein „Nice to have“ sondern sollte ein fester Bestandteil, in Schule und Kita sein.

Viele Eltern zögern, Hilfe zu suchen. Was hält sie am meisten davon ab?

Stigmatisierung. Sich einzugestehen, dass sie es allein nicht schaffen. Teilweise auch der Weg zum Jugendamt.

Was möchten Sie Eltern sagen, die denken: „So schlimm ist es noch nicht“?

Wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, lassen sie das abklären. Bei Essstörungen zählt wirklich die Zeit.

Warum kann frühe Unterstützung so viel Leid verhindern – für alle Beteiligten?

Weil Essstörungen psychosomatische Erkrankungen mit einer hohen Mortalitätsrate sind. Frühe Unterstützung kann gravierende gesundheitliche Schäden und einen langen Leidensweg verhindern.

Was würde sich ändern, wenn ambulante Hilfe früher und selbstverständlicher angeboten würde?

Es würden sicherlich mehr Menschen diese Hilfe in Anspruch nehmen und auch frühzeitiger. So könnten Klinikaufenthalte, Rückfälle, Chronifizierung und jahrelange Therapien reduziert oder zum Teil sogar vermieden werden.

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Therapeut:innen, Schulen und anderen Fachstellen?

Dies ist von zentraler Bedeutung, da kein Hilfesystem alleine diese Komplexität abbilden kann.

Was wünschen Sie sich hier künftig stärker: mehr Austausch, mehr Wissen, mehr Vernetzung?

Aus unserer Erfahrung würden wir uns tatsächlich von allen drei Punkten mehr wünschen 😉 Denn so können sich die unterschiedlichen Fachbereiche gut ergänzen.

Für wen ist Online-Beratung besonders hilfreich – und wo liegen Vorteile gegenüber Präsenzformaten?

Eine online Beratung kann hilfreich sein, um einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfen zu schaffen. Wenn man anonym bleiben möchte oder erstmal die aktuelle Situation abklären möchte, ist das eine gute Möglichkeit. Wir erleben auch, dass unsere online Beratung genutzt wird, weil es vor Ort keine adäquate Unterstützung gibt, dadurch können wir deutschlandweit unsere Hilfe anbieten.

Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für die Versorgung von Familien mit essgestörten Kindern und Jugendlichen?

Mehr Wissen und weniger Vorurteile über Essstörungen und psychische Krankheiten im Allgemeinen. Geschulte Kinderärzte, Lehrkräfte und einen leichteren Zugang zu Hilfsangeboten. Außerdem Austausch für betroffene Eltern untereinander, was wir auch anbieten, oder Lebensgeschichten von ehemals Betroffenen, die zeigen Heilung ist möglich. Ganz wichtig: mehr Psychotherapieplätze, die mit deutlich weniger Wartezeiten verbunden sind als aktuell.

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit langfristig bewirken?

Wir möchten mehr Verständnis und Aufklärung zu den verschiedenen Essstörungen schaffen und Familien eine Unterstützung bieten, die sie ohne schlechtes Gewissen und Stigmatisierung annehmen können.

Wie müsste sich das Hilfesystem verändern, damit Eltern nicht länger als Risiko, sondern als Teil der Lösung gesehen werden?

Es braucht aus unserer Sicht mehr Aufklärung, Förderungen von Präventionsangebote und kostenfreie Beratungen durch Fachkräfte, die zu dem Thema geschult sind. Eine Aufgabe für unser Gesundheitssystem, um langfristig Familien zu entlasten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Essstörungsbehandlung in Deutschland?

Das geschaut wird was passend für die jeweilige Familie ist und nicht nach Schema F gehandelt wird. Ansätze wie die FBT (family based treatment) oder unser systemischer Ansatz sollten mehr gefördert werden, damit die Kinder in ihrer Familie gesund werden können.

Wenn Sie Eltern, die gerade hören: „Ihr Kind muss raus“, einen Gedanken mitgeben dürften – welcher wäre das?

Das ihr Kind krank ist, ist nicht ihre Schuld und das es Hilfe braucht, bedeutet nicht, dass sie keine Hilfe mehr sind oder ihr Kind sie nicht mehr braucht.

Wenn Sie Ihre Arbeit in einem Satz beschreiben müssten – wie würde dieser lauten?

Wir helfen Familien wieder zueinander zu finden. Unsere Arbeit bedeutet, Menschen zu stärken und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie einen großen Teil zur Veränderung beitragen können.

Was sollten Menschen unbedingt über Blickwechsel KW wissen, die sie noch nicht kennen?

Wir glauben bei Blickwechsel daran, dass Veränderung entsteht, wenn Menschen sich nicht verurteilt, sondern befähigt fühlen. Wir sehen das ganze System und arbeiten interdisziplinär, wertschätzend und mit dem Ziel Verständnis und Beziehung zu schaffen. Es ist uns eine Herzensangelegenheit die Familien zu begleiten und ein Stück des (Genesungs- ) Weges mitgehen zu dürfen.

Was gibt Ihnen Kraft in einer Arbeit, die oft emotional sehr fordernd ist?

Kraft gibt uns, zu sehen, wie Familien wieder zueinander finden, Verständnis der Sprachlosigkeit weicht und Nähe entsteht. Das uns entgegengebrachte Vertrauen gibt uns ebenfalls Kraft. Außerdem stärkt uns, dass unsere Arbeit Sinn macht und wir als Team, gemeinsam reflektieren, uns austauschen und wissen, dass wir diese Arbeit nicht allein tragen.

 Frau Klein, Frau Wächter, vielen Dank für das Gespräch.